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![]() Kaiser Augustus sitzt an seinem Schreibtisch in Rom. Er hält die Fäden des Weltgeschehens in seiner Hand. Sein erster Spielzug: Er setzt eine große Wanderung in Gang. Jeder und jede muss sich im Einwohnermeldeamt des Herkunftsortes melden. Hinter der Volkszählung und den erhobenen Daten steckt die Suche nach zukünftigen Soldaten und möglichen Steuern. Die Einzelschicksale der Wandernden sind Kaiser Augustus egal. Er sieht die großen Linien. Stern über Bethlehem,
zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, zeig, wo sie steht, leuchte
du uns voran, bis wir dort sind. Stern über Bethlehem, führ uns
zum Kind!
Szene 2: Maria
und Joseph
Gelobet seist du, Jesu
Christ, dass du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des
freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis.
Szene 3: Hirten
und Herden, Engel
Kommet, ihr Hirten, ihr
Männer und Fraun, kommet, das liebliche Kindlein zu schaun. Christus,
der Herr, ist heute geboren, den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet
euch nicht!
Szene 4: Im
Stall
Sie kamen. Tatsächlich ließen sie sich von den Worten der Gottesboten bewegen. An sich ist das ungewöhnlich. Sicher haben sie in ihrem Leben schon manche Hinweise bekommen, wie sie ihr Leben besser in den Griff hätten bekommen können. Doch die Engel haben sie überzeugt. Es musste etwas dran sein an dem Friedensboten im Stall. Wovon lassen wir uns bewegen? Lockt uns die Weihnachtsbotschaft hinter dem Ofen hervor. Sind wir bereit, wie die Hirten aufzubrechen und uns auf den Weg zu machen, um Jesus zu begegnen? Weihnachten ist ein guter Anlass dazu, sich aus dem Gewohnten rufen zu lassen und zu Jesus zu kommen. Sie sahen. Die Weihnachtsgeschichte ist uns überliefert zum Sehen und zum Begreifen. Sie ist keine lehrhafte Abhandlung davon, wie Gottes Liebe in dieser Welt greifbar wurde. Sie will uns mit hinein nehmen in das Geschehen, damit auch wir sehen können. Was sehen wir? Und wo schauen wir hin, um Gottes Liebe zu entdecken? Ich sehe vor meinem inneren Auge Situationen, in denen ich im vergangenen Jahr Gottes Gegenwart in Jesus Christus ganz lebhaft erfahren habe. Es waren Begebenheiten, bei denen ich in Not war, vor einer Wand stand, die unüberwindlich war. Und ich fragte mich, wie es nun weitergehen sollte. Da "sah" ich etwas von dem Weihnachtswunder. Eine hilfreiche unerwartete Hand streckte sich mir entgegen und wies mich hin auf Jesus. Ich wurde getröstet und innerlich ruhig. Ich konnte den Weg annehmen und wieder neu vertrauen. Wie die Hirten möchte ich noch besser sehen lernen. Da ist Jesus als der Auferstandene da und ich möchte nicht blind an ihm vorbei laufen. Ich möchte seine Hilfe erkennen und mich ihr anvertrauen. Weihnachten ist für mich eine Sehschule, wieder neu hinzusehen auf das Zentrum des Lebens, das Hoffnung gibt. Sie verkündeten. Das Krippenbild bleibt nicht als Idylle erstarrt. Es entwickelt eine Bewegung hin zu den anderen, die das Weihnachtswunder noch nicht mitbekommen haben. Die Hirten haben ihre Nachfolger in den Leuten, die uns die gute Nachricht weitergesagt haben. Vielleicht waren es die Eltern, die uns schon früh den Glauben an Jesus nahe gebracht haben. Vielleicht waren es Freunde in der Jugend, die uns mitgenommen haben in einen Jugendkreis und uns geholfen haben, das erste Gebet zu sprechen. Vielleicht waren es Vorbilder, die uns angeleitet und mitgenommen haben. Sie alle haben ihren Hirtendienst an uns getan, weil sie selbst berührt waren von der Weihnachtsfreude. Und wir? Sollten wir auch in die Hirtenkleider schlüpfen und die Weihnachtsbotschaft an den Mann und die Frau bringen? Ich denke jetzt an die Christen in Krankenhäusern und Heimen, an Leute, die jetzt im Schichtdienst arbeiten, an Urlauber, die zusammen mit anderen Gästen irgendwo in der Welt Weihnachten feiern. Sie sind solche Hirten, die unters Volk geschickt werden mit der Vollmacht, von Gottes neuem Anfang mit uns Menschen zu erzählen. Die Herzen der Menschen sind in dieser Nacht besonders empfänglich für Gottes Liebe. Sie sehnen sich oft nach Frieden und Heimat. Ihnen Jesus zu zeigen, das ist Weihnachten für Christen. So ist das Fest nicht nur Familienidylle, sondern eigentlich missionarischer Einsatz, bei dem wir zur Zeltevangelisation in Bethlehem einladen. Die Reaktion: alle wunderten
sich
Ist damit auch die Weihnachtsgemeinde gemeint, wir, die wir die Weihnachtsgeschichte nur vom Hörensagen kennen, nicht selbst dabei waren? Später sagte ein Jünger Jesu zu seinem Freund, den er zu Jesus bringen wollte: "Komm und sieh". Es kommt offensichtlich alles darauf an, nicht nur vom Hören von Jesus zu wissen, sondern ihn selbst zu sehen. Und damit ist nicht das körperliche Sehen gemeint, sondern das Begreifen, Annehmen und Vertrauen. Jesus sehen, das heißt, zu ihm zu kommen und alles bei ihm abzuladen, was uns belastet. Die Sorgen, die Verletzungen, die Schuld, die Scham, unser Gefühl nicht zu genügen und eigentlich überflüssig zu sein. Dieses ganze Paket vor Jesus zu bringen und ihn damit machen zu lassen. Und dann zu erleben, dass er sich des Paketes annimmt, dass er es aufschnürt und die einzelnen Themen mit uns anpackt, das lässt uns Jesus sehen, wie er wirklich ist: nicht das süße Jesusbaby allein, sondern der Herr meines Lebens, der mich errettet, mich heilt und zum Ziel führt. Maria
Wir werfen heute mit dieser Botschaft das ganze Leben Jesu zusammen. Das Baby ist dreißig Jahre später am Kreuz gestorben. Jesus hat nicht die ganze Welt zur Umkehr bewegt. Nach Weihnachten ging es weiter mit Kindermord, Flucht, Blindheit für Gott. Gott nahm es auf sich, die Konsequenzen der Blindheit zu tragen. Er durchbrach am Kreuz den Kreislauf von Schuld und Tod. Jesus befreit uns durch seinen Tod und heilt unser Leben, das Friede auf Erden und in Ewigkeit sein kann. Erst so wird die Weihnachtsbotschaft zur Freudenbotschaft, die alles umwälzt. Jesus siegt und gibt uns die Chance, von innen zu Weihnachtsmenschen zu werden, die ein neues Leben in Freiheit von ihm geschenkt bekommen. Wie Maria möchte ich Gottes Zuwendung in meinem Herzen bewegen und mich von ihr bewegen lassen, um zu sehen, wie freundlich der Herr ist. Ich steh an deiner Krippe
hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir
hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut,
nimm alles hin und lass dir´s wohl gefallen.
Szene 5: Das
Fest geht weiter
O du fröhliche, o
du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ
ist geboren: Freue dich, freue dich, o Christenheit!
Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder
um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen
hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Cornelia
Trick
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