Mutig auf dem Weg
Gottesdienst am 16.05.2010

Liebe Jugendliche, liebe Gemeinde und Gäste,
zwei Jahre Kirchlicher Unterricht liegen hinter uns, in denen wir viel von der Bibel gelernt haben, das Volk Israel, Jesus Christus und seine Gemeinde kennen lernten. Heute schließen wir den Unterricht mit einem Fest ab. Ich habe mir Gedanken gemacht, was ich euch heute als Wichtigstes mitgeben will. Worauf kommt es in euerem Leben an, das habe ich mich gefragt. Bei allen Veränderungen und Unsicherheiten, die vor euch liegen, möchte ich euch einen kleinen Schatz mitgeben, der immer mehr von seinem Wert in eurem Leben entfalten kann:

Jesus Christus spricht: 
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ (Johannes 14,6)

Jesus will in eurem Leben sein. Er wird immer einen Weg in die Zukunft wissen. Vielleicht tun sich Mauern auf, vielleicht fühlt ihr euch manchmal wie verirrt im tropischen Regenwald, vielleicht gibt es Situationen, in denen euch das Wasser bis zum Hals steht. Doch auch solch einen Weg wird Jesus zum Ziel bringen. Das Ziel heißt Leben, wie Gott es gemeint hat. Im Teenkreis vor einer Woche, an dem ihr alle teilgenommen habt, hörten wir eine Andacht zum Thema „Nullen und die Eins“. Selbst wenn ihr euch wie eine Null fühlen solltet, werdet ihr immer Wert haben, weil Jesus, die 1, sich vor euch stellt und euch Wert gibt. Ihr seid dann nicht mehr die Null, sondern 10-er, 100-er, 1000-er. Jesus will euch helfen, euch zu entfalten, noch oben – zu ihm, zu wachsen.

Der Weg mit Jesus ist geprägt von Wahrheit und Aufrichtigkeit. Jesus wird euch nicht betrügen, verlassen, hinten herum über euch lästern. Er hat euch lieb und meint es so, das steht felsenfest fest. 

Wie kann nun aber ein Leben mit Jesus aussehen? Dazu haben wir die Geschichte des Volkes Israel in den vergangenen Monaten betrachtet und für heute eine ganz besondere Szene herausgegriffen:

Josua 3-4 in Auszügen

Bild 1 zu Josua 3-4

Am nächsten Morgen brach Josua mit dem ganzen Volk von Schittim aus auf und zog mit ihnen bis an den Jordan. Dort schlugen sie ihr Lager auf. Josua ließ den Befehl ausgeben: "Wenn ihr seht, dass die Priester die Bundeslade des HERRN, eures Gottes, aus dem Lager tragen, dann brecht auf und zieht hinter ihr her!" Weiter sagte Josua zum Volk: "Macht euch bereit! Sorgt dafür, dass ihr rein seid, wie der HERR es von seinem Volk verlangt. Denn morgen wird der HERR ein Wunder für euch tun."
Bild 2 zu Josua 3-4
Am nächsten Tag befahl Josua den Priestern: "Nehmt die Bundeslade und geht vor uns her durch den Jordan!" Da hoben sie die Bundeslade auf ihre Schultern und gingen dem Volk voran. Da rief Josua das Volk zu sich und sagte: "Hört, was der HERR, euer Gott, euch sagen lässt: "Die Bundeslade des HERRN, dem  die ganze Erde gehört, wird voranziehen und euch einen Weg durch den Jordan bahnen. Sobald die Priester, die sie tragen, ihre Füße ins Jordanwasser setzen, wird kein Wasser mehr nach fließen. Der Fluss wird sich weiter oben anstauen wie vor einem Damm. Daran sollt ihr erkennen, dass ihr einen lebendigen Gott habt." Nun brach das Volk auf, um den Jordan zu überschreiten. Es war gerade Frühjahr; um diese Zeit führt der Jordan so viel Wasser, dass er über die Ufer tritt.
Bild 3 zu Josua 3-4
In dem Augenblick, als die Priester den Fuß ins Wasser setzten, staute sich der Fluss weit oben und das Wasser unterhalb der Stauung lief zum Toten Meer ab. So konnte das ganze Volk trockenen Fußes bei Jericho durch den Jordan gehen. 
Bild 4 zu Josua 3-4
Die Priester aber blieben mit der Bundeslade im Flussbett stehen, bis alle sicher auf der anderen Seite angekommen waren.
Bild 5 zu Josua 3-4
Das Volk ging durch den Jordan am 10.Tag des 1.Monats und schlug sein Lager bei Gilgal auf, an der Ostgrenze des Gebietes von Jericho. 
Bild 6 zu Josua 3-4
Dort stellte Josua die zwölf Steine auf, die sie aus dem Jordan mitgenommen hatten, und sagte zu den Israeliten: "Wenn später eure Kinder fragen, was diese Steine bedeuten, dann erzählt ihnen, wie das Volk Israel den Jordan trockenen Fußes durchquert hat. Daran sollen alle Völker der Erde erkennen, wie groß die Macht des HERRN ist, und ihr selbst sollt den HERRN, euren Gott, dafür in alle Zukunft ehren."

1 Vorbereitung

Vor dem Aufbruch in das gelobte Land rief Josua auf Gottes Befehl hin das ganze Volk zusammen. Sie sollten sich nicht blindlings in den Fluss stürzen, sondern sich sammeln, zur Ruhe kommen und sich auf Gott besinnen. Sich zu reinigen, bedeutete, mit Gott im Reinen zu sein, sich ihm wieder neu anzuvertrauen und ihm die Führung zu überlassen. 

Bevor wir aufbrechen in eine unbekannte Zukunft, haben wir das auch nötig. Wir können erstmal anhalten, unsere Ohren auf Jesus einstellen und bereit werden, auf dem Weg zu gehen, den Jesus uns zeigen will.

Conny hat sich für diese Station einen sehr passenden Einsegnungsspruch ausgewählt:

Matthäus 18,19-20
Jesus sagt: Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgend etwas bitten, wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte. 

Viel besser als allein können wir miteinander unser Ohr auf Jesus einstellen. Das müssen wir üben. Bei uns zuhause hat jeder ein eigenes Telefon mit anderem Klingelton. Und merkwürdigerweise überhören wir oft das Klingeln, wenn es nicht von unserem Telefon kommt. Wir hören nur den eigenen Ton. Um Jesus hören zu lernen, müssen wir üben, uns mit ihm oft treffen, in der Bibel lesen und ihn immer besser kennen lernen. Und wenn wir das miteinander tun, dann können wir uns helfen, Jesus zwischen all den anderen Stimmen noch herauszufinden.

2 Aufbruch

Die Bundeslade ging damals voran, heute geht Jesus auf unserem Weg voran. Es ist ein unbekannter Weg, der nicht immer einfach, sonnig und trocken sein wird. Wollten wir Sicherheit, dürften wir gar nicht erst losgehen. Aber wer sitzen bleibt, verpasst ja das Leben, also ist es auch keine Alternative. Fabian hat sich einen Spruch ausgesucht, der zusagt, dass auch ein beschwerlicher und gefährlicher Weg zum Ziel führt.

Markus 8,34-35
Jesus sprach: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten. 

In diesen Worten Jesu steckt drin, dass auf der anderen Seite des Flusses Leben wartet. Sitzen zu bleiben bedeutet zu verlieren. Sich mit Jesus aufzumachen, egal wie beschwerlich es ist, bedeutet Leben, das erfüllt ist. Ich muss nicht dauernd auf mich schauen und um mich selbst Angst haben, weil Jesus sich um mich kümmern wird.

3 Angst

Das Wasser des Jordans war hoch, trotzdem sollten die Priester mitten in den reißenden Fluss treten und darauf vertrauen, dass das Wasser sie nicht mitriss. Zu dieser Situation passt gut der Einsegnungsspruch von Dela:

Josua 1,5-6
Gott spricht: Ich bin bei dir. Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab. Sei stark und mutig!

Das ist ein Wort zum Festhalten, wenn die Angst kommt. Gott hat uns ins Leben gerufen, liebt uns, ist bei uns. Aber er erwartet von uns den ersten Schritt ins Wasser. Er hat uns kein Schneckenhaus gegeben, in das wir uns zurückziehen können, um dann mit jeder Woge weggespült zu werden. Er will den mutigen Schritt in die Zukunft. Sich auf Jesus zu verlassen, kann Angst machen. Bin ich dann noch cool und angesagt? Was sagen die anderen, wenn ich nicht überall mitfeiere, sondern gerne im Jugendkreis bin? Habe ich mit Jesus keinen Spaß mehr? Da sagt Jesus: Mach den ersten Schritt, lass dich darauf ein, probiere Jugendkreis aus, und du wirst sehen: das macht Spaß, da findest du Freunde, die zu dir halten. Da bist du nicht mehr allein.

4 Im Wasser

Nun sind die Priester mitten im Fluss angekommen, das Wasser hat sich gestaut, der Boden ist getrocknet. Langsam setzt sich das Volk in Bewegung und geht durch das Flussbett. Aber die Priester sind noch nicht am neuen Ufer. Sie werden sich vielleicht gefragt haben: Wird der Staudamm halten? Halten wir das hier so lange aus? Und sind wir am Schluss vielleicht die einzigen, die untergehen?

Das sind die Zweifel des Glaubens. Da warten wir auf eine Zusage bei Bewerbungen, auf Genesung bei einer Krankheit, auf ein versöhnliches Wort nach einem Streit. Das neue Ufer scheint weit entfernt, wir fragen uns, war es wirklich richtig, Jesus zu vertrauen? Hätten wir doch unseren eigenen Weg suchen sollen? Benedikt hat sich einen Spruch gesucht, der in diesen Zweifeln hält:

Psalm 23,1-4
Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein  Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Jesus sagt von sich: Ich bin der gute Hirte. Er wird ans neue Ufer mit saftigen Weiden führen. Er will uns auf dem richtigen Weg führen. Er ist gerade auch in den dunklen Zweifel-Zeiten da und gibt Sicherheit, weil er den Ausweg kennt. Diesen Psalm im Herzen zu haben, wünsche ich euch, wenn ihr mitten im Fluss steht und euch fragt, ob es Sinn macht, weiter auf Jesus zu vertrauen.

5 Gerettet

Das Volk ist am anderen Flussufer angekommen. Sie sind gerettet. Alles ist gut gegangen. Gott hat sein Versprechen eingelöst. Das ist ein Grund zum Feiern. Sulamith bringt es mit ihrem Einsegnungsspruch zum Ausdruck: 

Joel 2,23
Freuet euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott.

Es ist die Freude, dass Gott geholfen, dass er gerettet, dass er vergeben hat. Die Freude gründet auf Erfahrung. Diese Erfahrung bringt wieder neue Zuversicht und Kraft für die nächsten Herausforderungen, die das neue Land bereit hält. Heute feiern wir solch ein Fest. Ihr habt 2 Jahre Kirchlichen Unterricht durchstanden, seid dabei nicht untergegangen. Ihr habt Jesus immer besser kennen gelernt, euch mit der Bibel vertrauter gemacht. Das ist ein Grund zu feiern und festzuhalten, dass Jesus noch viel mehr mit euch vorhat.

6 Gedenksteine

Nun bekommt das Volk die Anweisung von Gott, 12 Gedenksteine, für jeden Stamm Israels einen, am Ufer des Jordan aufzustellen. Gedenksteine sind wichtig, sie erinnern an Erfahrungen und stärken den Glauben. Charlotte hat sich einen Spruch ausgewählt, der auf einem Gedenkstein stehen könnte:

Psalm 36,10
Bei dir ist  die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Das ist das Wichtigste, das ihr im Kirchlichen Unterricht hoffentlich gelernt habt. Gott ist eine Quelle, die nie versiegt. Er will unser ganzes Leben mit seiner Kraft, seiner Liebe und seinem Licht durchdringen. Bei ihm zu bleiben, bedeutet, an diese Kraft angeschlossen zu sein und auf dem Weg bleiben zu können, den er uns führen will.

So wünschen wir euch heute von Herzen, dass ihr mit Jesus an der Seite und unter seiner Anleitung euren Weg geht, aus seiner Quelle alles geschenkt bekommt, was ihr zum Wachsen und Reifen braucht, und dabei erlebt, wie oft Jesus euch durch Jordan-Situationen führt, um euch zu versichern:

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“

Cornelia Trick


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